Dagmar Kittelmann: “I Do It My Way”

logoIn der Interview-Serie “I Do It My Way” stelle ich Menschen vor, die einen nicht ganz gradlinigen Weg hinter sich und einiges zu erzählen haben. Die Serie soll Mut machen und aufzeigen, dass “Erfolg” nicht immer stromlinienförmig aussieht.

Viel Freude damit!


Dagmar Kittelmann ist wirklich einen ungewöhnlichen Weg gegangen – und das Glück darüber leuchtet aus allen ihren Zeilen (und erst recht aus den Fotos!). Ich freue mich sehr über dieses Interview, das Mut macht, seinen Träumen zu folgen, auch wenn sie auf mancherlei Umwege zu führen scheinen.


Wie haben Sie beruflich gestartet? Und was ist ihr Beruf, was Ihr wichtigstes Tätigkeitsfeld heute?

DSC05968Angefangen habe ich mit einer Ausbildung zur Arzthelferin, aber das war nicht so  mein Ding. Fand ich auf Dauer zu langweilig. Nach der Ausbildung habe ich mich deshalb entschieden, erst einmal ein Jahr in England zu verbringen und dann ein Jahr mit meiner besten Freundin durch die Welt zu reisen, wobei Australien das wichtigste Ziel war.

Das war schon lange ein Traum: Reisen ins Land der Koalas, der Kängurus und der Aborigines. Als Andrea und ich nach einem Jahr reisen wieder in Frankfurt landeten, war mir unser Dorf im Oberbergischen zu klein und ich bin nach Köln gezogen, um mein Abi nachzumachen. Stadtleben? Genial und dabei noch vom Staat finanziert das Abitur nachholen dürfen. Ich habe es genossen, allerdings konnte man mit einem Notendurchschnitt von 2,4 nicht das  studieren, was ich wollte, bis ich dahinter kam:

Ich wusste überhaupt nicht was ich wollte und wenn ich ganz ehrlich sein soll, ist mir das bis vor 7 Jahren so gegangen. Ich fand vieles nett, interessant, und als ich 1990 in die Niederlande gezogen bin (mein Mann ist Niederländer), habe ich eine Ausbildung als Fotografin in der Niederlande gemacht, habe Kommunikation an der Fachhochschule Eindhoven studiert und ein Aufbaustudium Management und zu guter Letzt noch eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin gemacht, die ich aber nicht abgeschlossen habe, weil ich mal wieder dahinter kam: sehr, sehr interessant, aber doch nicht etwas das ich mir (haupt) beruflich als Beschäftigung vorstellen konnte.

Ich, die furchtbar gerne zuhause ist (und ihr Home-Office genial findet), sollte auf einmal „reisen“, wobei das Reisen eigentlich nur bedeutet hätte, dass ich von einem Patienten (Pferd, Kuh oder ein anderes Großtier) zum nächsten hätte fahren müssen und für ein paar Patienten mindestens die Hälfte des Tages im Auto bzw. auf der Autobahn verbringen und da dachte ich: Nö, ist nicht mein Ding.

Bis mich ein Freund gefragt hat: Warum übersetzt du nicht für Firmen in der Niederlande? Deutschland ist der wichtigste Handelspartner. Und nachdem ich erst noch dachte: Wer braucht denn Übersetzungen? habe ich 2006 mein Übersetzungsbüro eröffnet und wusste endlich: DAS ist es. Endlich (beruflich) angekommen. Ich liebe die Spielerei mit Wörtern und Sätzen, darf in viele „Firmenküchen“ gucken und kann zuhause arbeiten, habe keine nervigen Kollegen und kann mein Übersetzungsbüro so gestalten, wie ich will. Wenn ich gewusst hätte, wie genial das ist, ich hätte mir den langen Umweg über die Gründung eines PR-Büros in Eindhoven und das Angestelltendasein bei der Fachhochschule in Eindhoven sparen können, aber ja, manche Dinge weiß frau halt erst hinterher.


Hat Ihr berufliche Weg Ihr Privatleben beeinflusst? Wie?

Ja, sehr. Zum Einen, weil ich oft unzufrieden war und Funktionen ausübte, bei denen ich mich gefragt habe: How dit I get here?, wie beispielsweise eine Stelle bei einer Werbeagentur, bei der dem Kunden der rote Teppich ausgelegt wurde und auch wie wild Honig um den Mund geschmiert wurde, aber sobald er weg war, machte man sich furchtbar lustige über ihn…

Aber andererseits habe ich auch immer mit viel Begeisterung von meinen Ausbildungen und vor allem von meiner beruflichen Phase zu Beginn meines Lebens in NL erzählt. Der wichtigste Schritt war ganz bestimmt der, als freiberufliche Übersetzerin zu arbeiten, weil ich bzw. wir so die Chance hatten, uns in Deutschland auf einem alten Hof in Norddeutschland zu festigen und ich endlich einen langersehnten Traum wahr machen konnte: ein eigenes Pferd am Haus (es sind mittlerweile zwei Pferde, weil man eines nicht alleine halten darf).

DSC06331Das war für mich ein Riesenschritt und ich muss gestehen, dass mir das Leben in Deutschland nicht immer gefällt. Die Leute, die ich hier treffe, sind sehr, sehr nett, aber (auch auf die Gefahr hin, dass sich jemand über mich ärgert…), sie sind auch einfach „furchtbar deutsch“:

Das System ist nicht gut, der kleine Mann hat’s schwer und wie will ich denn mal leben ohne Rentenansprüche? Dann vermisse ich die Brabantse Mentalität von ganzem Herzen, die Lockerheit der Niederländer, ihren Optimismus…., aber da solche Höfe mit Land in Holland absolut unbezahlbar waren, haben wir doch den Schritt gewagt.

 

Wenn ich morgens rausgehe, den Hühnern Wasser und Körner bringe, die Hunde rauslasse und den Pferd ihr erstes Frühstück gebe, fühle ich mich so reich und wenn ich dann an meinen Schreibtisch gehe und eine Arbeit mache, die mir so viel Spaß macht, denke ich immer: Hab ICH es gut!

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Ich finde, Sie sind einen ungewöhnlichen Weg gegangen. Stimmt das aus Ihrer Sicht? Was ist für Sie persönlich das Ungewöhnliche daran?

Das ist schwer zu sagen. Vielleicht war das Ungewöhnliche daran, dass ich schon früh das Gefühl hätte, ausbrechen zu müssen.

Aus der Enge einer Kleinstadt. Aus der Praxis, in der ich meine Ausbildung gemacht habe. Aus den Zwängen meiner katholischen Erziehung.

Mein Weg war alles andere als gradlinig. Es gibt Leute, die wissen schon früh, was sie machen möchten. Ich wollte ursprünglich Tierärztin werden, aber als ich dann endlich die Chance bekommen habe (mein Mann hatte angeboten, das Studium in Utrecht zu finanzieren), war ich mir nicht mehr sicher, ob es wirklich das war, was ich wollte.

Aber vielleicht war ja gerade das Ungewöhnliche, dass ich trotz fehlender Gradlinigkeit das Gefühl habe, am Ziel zu sein.


Aus heutiger Sicht betrachtet: Ist es der richtige Weg gewesen? Warum?

Was ist ein „richtiger Weg“? Es gibt vielleicht einige Dinge, die ich aus heutiger Sicht anders machen würde, aber wenn ich mir das Ergebnis meiner langen Suche / Reise ansehe, bin ich doch sehr zufrieden mit meinem Leben auf dem Lande und meiner Arbeit als Übersetzerin. Besser geht ́s nicht.

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Gab es Zeiten in Ihrem Leben, in denen Sie gezweifelt haben? Wenn ja: Wie sahen diese Zweifel aus? Warum haben Sie gezweifelt? Und wie sind Sie damit umgegangen, was hat Ihnen besonders geholfen?

Ich habe ganz, ganz oft gezweifelt, was vielleicht auch mit meiner deutschen/katholischen Erziehung zusammenhängt: Man macht eine Ausbildung und arbeitet dann darin, bis man entweder heiratet und Kinder bekommt, geht dann wieder arbeiten und mit 65 in Rente. Ich konnte mir aber bei keinem der Jobs vorstellen, diesen bis zur Rente zu machen. Das machte mich immer ganz unruhig. Was wollte ich bloß mit meinem Leben anfangen? Diese Frage und die Zweifel die damit zusammenhängen, bezogen sich allerdings (fast) immer nur auf mein Berufsleben. Ich glaube, eines der wichtigsten Dinge, um diese Zweifel zu bekämpfen, war mein Umzug in die Niederlande (mein Mann ist Niederländer): unsere Nachbarn sehen das Leben nämlich viel lockerer und als ich mit 28 das anfing, Kommunikation zu studieren, haben meine deutschen Freunde und Familienmitglieder die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen: WAS?

Du willst in dem Alter noch studieren? Unsere niederländischen Freunde und Bekannte meinten dagegen nur: super. Viel Spaß, hoffentlich gefällt es dir. So viel zum Unterschied zwischen Deutschen und Niederländern (wobei die Brabanter schon ein ziemlich eigenes, sympathisches und optimistisches Völkchen sind…).


Wenn Sie sich in die Zeit zurückversetzen, in der Sie – sagen wir – 18 Jahre alt waren: Wie hätten Sie über Ihre heutige Situation gedacht? Hatten Sie eine Ahnung davon, geplant/gedacht/gehofft, dass Sie diesen Weg gehen würden?

Mit 18 hatte ich soeben meine Ausbildung als Arzthelferin abgeschlossen und habe mich gefragt: Ist das alles? Möchte ich dies ein Leben lang tun und möchte ich in der Kleinstadt bleiben, in der ich geboren und aufgewachsen bin und meine Antwort lautete: Nein. Ich wollte etwas von der Welt sehen, wollte Vieles ausprobieren, nicht stillstehen. Ich wollte lernen, Neues erleben und mich nicht von der Meinung anderer oder von meiner Erziehung einschränken lassen und ich finde, das ist mir ganz gut gelungen.

Gab es – rückblickend gesehen – einen Moment, an dem Sie sich ganz bewusst für genau diesen Weg entschieden haben? Oder wie verlief das für Sie?

Vieles verlief bei mir eher ungeplant und weniger bewusst, als man vielleicht meinen sollte. Viele Entscheidungen habe ich getroffen, weil mir in dem Moment keine bessere Alternative vorschwebte, aber eine wirklich wichtige Entscheidung habe ich getroffen, als mein damaliger Geschäftspartner und ich von einem Geschäftsessen kamen, bei dem wir mit den beiden Geschäftsführern eines anderen Büros über den Kauf von Büroräumen sprachen und ich dachte: Nein, ich will kein Büro kaufen, ich möchte ein Pferd kaufen und das war die Entscheidung, die mein Leben auf den Kopf gestellt hat. So gesagt, so getan. Vor dem Kauf meines Pferdes Vanzetti habe ich meinem Geschäftspartner mitgeteilt, dass ich aussteigen wollte: PR-Arbeit war sehr nett, aber ich wollte Firmen bezüglich ihrer Kommunikationspolitik beraten, die meisten Firmen dagegen beauftragten uns mit der Produktion von Kommunikationsmitteln und das war mir zu wenig.

Nachdem ich die Anfangszeit mit meinem Pferd Vanzetti sehr genossen habe, war mir doch klar, dass ich a) beruflich wieder etwas „Anständiges“ machen wollte, nur Pferd war mir zu wenig geistige Herausforderung und b) dass ich meinen Vanzetti nicht in der Obhut anderer lassen möchte (und dass mir dieses Drumherum im Reitstall furchtbar auf den Geist ging) und um ihn am Haus halten zu können, hätten wir entweder im Lotto gewinnen müssen oder nach Deutschland ziehen, weil Höfe mit Land in der Niederlande leider absolut unbezahlbar sind. „Zum Glück“ erlebte meine Mann fast zeitgleich eine berufliche Krise und er war bereit, diesen Schritt mit mir zu gehen.


Eine Frage, die mich immer wieder beschäftigt, lautet: Wie findet man neue, spannende Ziele, wenn ein ursprüngliches Ziel erreicht ist? Wie lautet Ihre Antwort darauf? Wie gehen Sie mit dieser Frage um?

Vielleicht sollte die Frage anders lauten? Wie viele spannende Ziele braucht ein Leben? Ich möchte ehrlich gesagt, keine spannenden Ziele mehr haben, nur noch kleine, nette Herausforderungen. Meine großen Ziele habe ich alle erreicht und nein, mein Leben ist NICHT langweilig , finde ich. Meine Herausforderungen liegen im Bereich meiner Übersetzungsarbeit: Wie komme ich auch in Zukunft an Kunden? Welche Weiterbildungen brauche ich? Und der Arbeit mit den Pferden: Ich möchte besser reiten lernen und nächstes Jahr muss unser Noriker (Kaltblut, 3,5 Jahre, 700 Kilo) eingeritten werden. Dafür suche ich noch eine(n) Freiwillige(n)…


Gibt es derzeit ein Thema, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Ja, der Tierschutz.

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Dank Facebook wird mir (leider) jeden Tag bewusst, dass es da „draußen im wirklichen Leben“ oft viel schlimmer zugeht, als ich dachte. Egal, ob es um diese blöden Kutschfahrten in New York geht oder die Massentierhaltung: Ich habe immer das Gefühl, man könne nie genug tun. Letztens bekam ich eine Einladung per FB zu einem Lobster-Festival, als ich dann aber fragte, ob die Tiere (deren Tod durch den Panzer ziemlich lange dauert ) immer noch lebend in kochendes Wasser geworfen werden, war die Absenderin total betroffen, weil sie das nicht wusste… leider nur ein kleiner Schritt, aber besser als nichts tun. Außerdem biete ich mich hier in der Nachbarschaft als Hofhilfe an, wenn Not am Mann/Frau ist.


Work-Life-Balance ist für viele ein großes Thema. (Wie) schaffen Sie das bzw. welchen Tipp können Sie aus Ihrer Erfahrung zu dieser Herausforderung geben?

Diese Balance ist für Leute die zuhause arbeiten schwer zu finden und noch schwerer, wenn frau zudem Hobbybauer ist, aber das macht mir nichts aus. Ich liebe meinen Job und muss immer über mich selber lachen, wenn ich mir vornehme: Morgen ist mein freier Tag, weil ich auch an „freien Tagen“ die Tiere versorgen muss, den Stall ausmisten, die Weide abäppeln, den Bauerngarten versorgen, die Weide mähen etc. etc.

Haben Sie einen Tipp für jemanden, der an einem Punkt im Leben steht, an dem er/sie nicht genau weiß, wie es weitergehen soll? An dem er/sie sich vielleicht sehr alleine fühlt?

DSC06691Es scheint mir fast unverschämt, für so einen Fall Tipps und Ratschläge geben zu wollen. Ich habe mich bei allen wichtigen Entscheidungen immer gefragt: „Was ist das Schlimmste, das (mir) passieren kann?“ Und habe dann immer festgestellt: Soooo dramatisch kann es gar nicht werden. Das mache ich heute noch oft so. (Übrigens ist das Schlimmste für mich, dass eines meiner Tiere krank ist oder dass meine Internetverbindung ausfällt, mein Tor zur Welt….) und wenn dann am 1. Weihnachtstag der Stall unter Wasser steht oder unser Jonas über das bäuerliche Nachbarsfeld im Schweinsgalopp den Boden umpflügt, denke ich: Ach, wenn ich nicht mehr Probleme habe …. Das denke ich aber erst hinterher: Erst muss ich den Bengel wieder nach Hause locken.


Das Thema dieser Interview-Serie ist „I do it my Way“, angelehnt an den Titel eines bekannten Frank Sinatra Titels, in dem er seinen Umgang mit Niederlagen und seinen persönlichen Weg beschreibt. Gibt es einen Song, ein Buch, ein Gedicht, ein Kunstwerk oder ähnliches, das Ihre Haltung zu diesem Thema einfängt? Haben Sie einen Link zum Song/Buch etc.?

Ja, das Buch „Tracks“ (Spuren) von Robin Davidson hat mich in mehreren Aspekten geprägt, zum Einen, weil ich unbedingt Australien sehen wollte und fühlen wollte, wie es in der Wüste rundum den Ayers Rock ist (damals konnte man noch frei überall herumklettern, das darf man jetzt scheinbar nicht mehr) und zum Anderen, weil sie trotz aller Niederlagen und trotz der Kommentare aller möglichen Leute ihren Weg gegangen ist.

Und außerdem gibt es ein Lied von Herman van Veen, in dem er singt: „….wie oft nahm ich mir vor, zu sagen, zu sagen und nicht erst zu fragen, was andere etwa davon halten könnten und blieb am Ende wieder still….“. Ich wollte nicht still sein. Ich wollte den Mund aufmachen, wenn etwas nicht stimmt, und das habe ich auch fast immer im Leben gemacht und das fühlt sich gut an.


Gibt es noch etwas, das Ihnen in diesem Zusammenhang wichtig ist?

Ja. Ich stelle immer wieder fest, wie sehr Leute in ihren Mustern gefangen sind, das fällt mir vor allem hier in Deutschland auf, in der Niederlande bzw. in Brabant nehmen Menschen das Leben doch viel lockerer. Wenn ich mich den Erwartungen anderer „gebeugt“ hätte, wäre ich nie so weit gekommen. Man sollte viel mehr auf die eigene Intuition hören und nicht auf das was andere sagen („Ja, und deine Rentenversicherung?“ „Du willst ein Pferd kaufen? Du kannst doch nicht einmal reiten!“ (kann ich übrigens immer noch nicht besonders gut…) „Einen alten Hof kaufen? Du wirst auch nicht jünger!“ „Wie soll das denn gehen, wenn du 65 bist?“) …


Wie können unsere Leser/innen Sie im Internet finden (Website, Blogs,
Facebook, twitter etc)?

Über mein Büro, das sich noch in der Niederlande befindet
www.nedduits.de

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Zamyat M. Klein: “I Do It My Way”

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In der Interview-Serie “I Do It My Way” stelle ich Menschen vor, die einen nicht ganz gradlinigen Weg hinter sich und einiges zu erzählen haben. Die Serie soll Mut machen und aufzeigen, dass “Erfolg” nicht immer stromlinienförmig aussieht.

Viel Freude damit!


Zamyat M. Klein ist eine Wanderin zwischen den Welten im besten Sinne. Sie verbindet ihre beruflichen Leidenschaften (das Unterrichten, das Internet) mit ihrer Liebe zu fernen Ländern. Und gestaltet dabei immer wieder Innovatives und Spannendes, so wie ihre Online-Akademie und ihre “Kreativ-Walks”. Im Interview verrät sie uns, was sich dahinter verbirgt, aber auch, wie ihr ganz persönlicher Weg sie genau dorthin geführt hat, wo sie sich besonders wohl fühlt. Jenseits des Mainstreams.

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Wie haben Sie beruflich gestartet? Und was ist Ihr Beruf, was Ihr wichtigstes Tätigkeitsfeld heute?

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Nach meinem Studium (Diplom Pädagogik für Erwachsenenbildung) habe ich mit Kursen für türkische Jugendliche begonnen (Berufsvorbereitung) und bin nach 3 Jahren in die Fortbildung für Lehrer und Ausbilder in der Berufsvorbereitung gewechselt.

Nun arbeite ich seit über 30 Jahren als Trainerin, Coach und Autorin für Trainer (Trainer-Ausbildungen und Kreative Seminarmethoden) und Kreativitätstechniken.

Seit einigen Jahren gibt es wieder zwei Veränderungen:
Zum einen habe ich eine Online-Akademie gegründet, wo ich auch Online-Trainer-Ausbildungen und andere Seminare anbiete, zum anderen führe ich Seminare in der Natur durch (Kreativ-Walk in Ahrweiler und Seminare in der Türkei).


Hat Ihr berufliche Weg Ihr Privatleben beeinflusst? Wie? 

Ich bin einfach ein sehr unabhängiger Geist. Daher passt die Freiberuflichkeit sehr gut zu mir, auch wenn es manchmal mit Unsicherheiten und Stress einhergeht. Aber es ermöglicht mir eben jetzt, lange Zeiten im Jahr in der Türkei zu sein und dort Online- und Präsenzseminare zu geben. Oder Bücher zu schreiben.

Die Freiberuflichkeit ermöglicht es mir, in einem Traumdorf in der Natur zu leben, weil ich mich nicht jeden Tag durch den Berufsverkehr nach Köln quälen muss.

Ich kann mir meinen Tag nach meinem Rhythmus einteilen (theoretisch).

Ich kann längere Reisen unternehmen und von unterwegs aus arbeiten.

Wie sich das gegenseitig beeinflusst hat, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat meine Berufstätigkeit Einfluss auf mein Privatleben und umgekehrt aber genauso. Ich richte mir meinen Beruf so ein, dass er zu meinem Privatleben passt.


Ich finde, Sie sind einen ungewöhnlichen Weg gegangen. Stimmt das aus Ihrer Sicht? Was ist für Sie persönlich das Ungewöhnliche daran?

Wenn ich ganz ehrlich bin, ich habe mich damals nicht bewusst für die Freiberuflichkeit entschieden. Sondern ich war arbeitslos, habe dann 2 Jahre eine ABM-Stelle in einer Beratungsstelle für Weiterbildung gehabt und mich dann eben selbständig gemacht, weil ich keine tolle Alternative sah. Und erst dann gemerkt: Das ist es!

Ungwöhnlich sind sicher meine Reisen: ich war 10 mal mit Beduinen und Kamelen in der Sahara und habe dort auch Gruppen geleitet.

Ich habe eine Pilgerreise in Indien und in der Türkei gemacht und ein Retreat in Nepal.
Seit einigen Jahren bin ich nun immer länger in der Türkei und biete dort auch Seminare an, weil das einfach der zauberhafteste Platz ist, den ich je gesehen habe. Ein Beispiel dafür ist dieses Seminar, das ich Ende September anbiete:

Orient-Express: Wo will ich hin? Wie geht es weiter?
Herzensprojekte angehen. Veränderungen planen. Ihr Leben gestalten.
28. September- 05. Oktober 2014 (hier der Link)


Aus heutiger Sicht betrachtet: Ist es der richtige Weg gewesen? Warum?

Das habe ich im Grunde oben schon beantwortet. Der Weg war nicht immer leicht, aber eine Festanstellung bei der Stadt hätte ich mir nicht länger vorstellen können. Da wäre ich verrückt geworden. So viele unsinnige Vorschriften, so wenig Zeit für das, worum es eigentlich geht.

Bei meiner Arbeit kann ich komplett selbst entscheiden, was ich mache, welche Themen ich anbiete, mit wem ich arbeite und wann ich arbeite.

Ich weiß, dass viele Freiberufler das nicht so sehen und handhaben. Aber all die vermeintlichen Zwänge (ich muss auch doofe Kunden nehmen, damit ich genug Geld verdiene) sind selbst gemachte. Das klingt vielleicht etwas hart, aber ich komme immer mehr zu der Ansicht.

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Dazu habe ich auch zwei Blog-Artikel geschrieben:

Ein freies und selbstbestimmtes Leben als Selbständige und Freiberufler? (Hier der Link)

und

Unabhängig und frei? (Hier der Link)

Denn immer wenn ich den Mut hatte, ein Thema, das mir zum Hals raushing oder einen Kunden, mit dem die Zusammenarbeit mühselig war, aufzugeben, dann kam etwas deutlich besseres. Auch wenn das vorher noch nicht sichtbar war.

Diese Ansicht, dass man erst das Alte (das überholt ist) wirklich loslassen muss, ehe das Neue erscheint, habe ich vor langer Zeit mal von einem Therapeuten und Freund gehört- und ich glaube, da ist eine Menge dran.



Gab es Zeiten in Ihrem Leben, in denen Sie gezweifelt haben? Wenn ja: Wie sahen diese Zweifel aus? Warum haben Sie gezweifelt? Und wie sind Sie damit umgegangen,  was hat Ihnen besonders geholfen?

Zweifel ist vielleicht nicht das richtige Wort. Ich hatte schon immer das Gefühl, ich mache das, was ich gut kann und was ich gerne mache. Und wenn das nicht mehr stimmte, habe ich eben den Schlusstrich gezogen.

Beispiel: Ich merkte irgendwann, dass mir die Lehrerfortbildung keinen Spaß mehr machte und vor allem das Thema Lerntechniken einfach über hatte. Ich finde die Methoden nach wie vor toll, aber eines Tage sagte ich: „Wenn ich jetzt noch einmal die PEG-Methode erklären soll, fange ich an zu schreien!“

Daraufhin habe ich diese Zielgruppe komplett verabschiedet und alles Material und Berge von Flipcharts dazu auf einem Trainertreffen an andere Trainer verschenkt.

Das war sehr befreiend!

Also, wenn auch nicht Zweifel, so hatte ich doch auch immer wieder Phasen, in denen ich mir Sorgen machte. Ob und wie das so weiter geht. Was denn im Alter mit Rente ist. Solche Sachen.

Gleichzeitig erlebe ich ja seit 34 Jahren, dass es funktioniert. Dass immer etwas Überraschendes und Neues kommt und ich weitestgehend so lebe, wie ich leben möchte.


Wenn Sie sich in die Zeit zurückversetzen, in der Sie – sagen wir – 18 Jahre alt waren: Wie hätten Sie über Ihre heutige Situation gedacht? Hatten Sie eine Ahnung davon, geplant/gedacht/gehofft, dass Sie diesen Weg gehen würden?

Nein, da hatte ich nicht den blassesten Schimmer, dass es so einen Beruf überhaupt gibt. Ich hatte auch nach dem Abitur keine Ahnung, was ich werden und machen wollte und mehr aus Verlegenheit mit dem Lehrerstudium angefangen. Und als dann das Diplom-Studium neu auf den Markt kam, dahin umgeschwenkt. Das war keine sehr bewusste Entscheidung, aber goldrichtig die Erwachsenenbildung zu wählen. Auch da sage ich immer: Es gibt da eine innere Führung, die mich in die richtige Richtung schubst.


Gab es – rückblickend gesehen – einen Moment, an dem Sie sich ganz bewusst für genau diesen Weg entschieden haben? Oder wie verlief das für Sie?

Das ist immer so gewachsen. Aber offensichtlich habe ich zumindest doch immer wahrgenommen, wenn eine Veränderung anstand- und den Mut gehabt, diese auch anzugehen.

Nach den 3 Jahren Kursen mit den türkischen Jugendlichen wurden erst meine Kollegen gefragt, ob sie die Lehrerfortbildung dafür übernehmen wollen. Da hatte ich den Mut zu sagen: Das will ich auch!

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Als diese Projekte dann eingestampft wurden und wir arbeitslos wurden, habe ich durchaus auch so lange Jobs „abgewiesen“, bis ich den in der Beratungsstelle hatte, der immerhin für zwei Jahre lief und für mich ein gutes Sprungbrett in die Selbständigkeit war, weil ich durch den Job Kontakt mit allen Bildungseinrichtungen in Köln hatte. Und dann dort mit Seminaren anfing.

Dann habe ich lange Seminare für Lehrer und Ausbilder in der Berufsausbildung für einen Bildungsträger gegeben, bis ich auch da merkte: Ich mag das nicht mehr. Da verdiene ich auch zu wenig Geld. Es hat mich ein große Überwindung gekostet, es war so eine vertraute „family“ zu sagen: „Tschüss!“ Doch es war genau richtig.


Eine Frage, die mich immer wieder beschäftigt, lautet: Wie findet man neue, spannende Ziele, wenn ein ursprüngliches Ziel erreicht ist? Wie lautet Ihre Antwort darauf? Wie gehen Sie mit dieser Frage um?

Die tauchen bei mir von selbst auf.
Entweder, indem ich eben merke: das will ich nicht mehr.
Oder etwas kennenlerne wo ich sage: Auja, das will ich!

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So ging es mir mit Online-Seminaren.
Nie im Leben hätte ich vermutet, dass mir das Spaß macht. Ich als „Suggestopädin“, die kreative lebendige Seminare macht, in denen auch viel Bewegung und spielerische Elemente sind. Wie soll das denn online gehen?

Bis ich vor vielen Jahren als Teilnehmerin mein 1. Online-Seminar bei Heide Liebman machte (zum Nasenfaktor) und sofort einen Höllenspaß dabei hatte. Es war auch eine super nette Gruppe, wir haben uns angefreundet- obwohl wir ja nur schriftlich miteinander kommunizierten.

Noch in der gleichen Woche habe ich mich selbst als Trainerin bei der damaligen Workshopwelt beworben und mit Online-Seminaren angefangen.
Inzwischen habe ich meine eigene Online-Akademie (hier), die ich gerade komplett neu programmieren lasse. Damit ich da alle tollen Funktionen habe, die ich im Laufe der Jahre vermisst habe und weiß, dass sie die Arbeit dort noch lebendiger und interaktiver machen.

Oder als zweites Beispiel: Der Kreativ-Walk!

Ich merkte in den letzten Jahren, dass mir Bewegung und walken in der Natur gesundheitlich total gut tut. Zudem bemerkte ich, dass mir dabei immer total gute und viele Ideen kamen, auch oder gerade wenn ich nicht bewusst an ein Thema dachte.
So kam ich auf die Idee, daraus ein Seminarformat zu machen.
Eine ganz neue und sicher einmalige Verbindung von Online-Seminar und Wandern.


Gibt es derzeit ein Thema, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Vielleicht hängt es mit meinem Alter zusammen, dass mir solche Themen immer wichtiger werden. Nämlich, dass man seine Zeit hauptsächlich mit Dingen verbringen sollte, die einem Freude bereiten, die man sinnvoll findet, die nützlich sind und die eigenen Fähigkeiten und Potenziale am besten nutzen.

Deshalb liegt mir mein Türkei-Seminar besonders am Herzen. Weil ich auch hier das Thema verändert bzw. erweitert habe.

Es geht darum, entweder ein besonderes Herzens-Projekt mit Kreativitätstechniken und anderen Methoden (auch Wandern) zu bearbeiten oder überhaupt sein Leben und seine Arbeit auf den Prüfstand zu stellen. Und zu entwickeln, wohin die nächsten Jahre gehen sollen.

Dazu dann kreative Ideen entwickeln, wie man diese Ziele und Visionen auch tatsächlich erreichen kann.
Die Arbeit selbst erfüllt mich schon mit großer Freude und die tollen Ergebnisse natürlich noch mehr.


 Work-Life-Balance ist für viele ein großes Thema. (Wie) schaffen Sie das bzw. welchen Tipp können Sie aus Ihrer Erfahrung zu dieser Herausforderung geben?

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Hach ja! Der Begriff „Lebens-Balance“ von Gunther Schmidt gefällt mir da besser. Und genau darum geht es auch bei meinen neuen Formaten.

Für mich als Trainerin: ich arbeite in einer Umgebung, die mir nur gut tut, nämlich in der Natur, in einem kleinen Paradies, in einem anderen Rhythmus als das hier in einem Zwei-Tages-Seminar möglich ist.

Für die Teilnehmer ist es ebenso: Sie beschäftigen sich mit einem grundlegend wichtigen Thema in einer wohltuenden Atmosphäre und Zeit für Wanderungen und Ideen sich entwickeln lassen.

Im normalen Alltag zu Hause haben wir Freiberufler ja „eigentlich“ die besten Karten.
Aber da merke ich selbst immer wieder, wie schwer es ist.

Ohne „Disziplin“ kann man keine gute Lebens-Balance halten! Dazu hilft eine Grundsatz-Entscheidung: Ich will nur so und so viel arbeiten. Oder: Ich mache dann und dann Feierabend.

Mit hat mal sehr die Frage geholfen: Würdest du so mit einer Angestellten umgehen, wie du mit dir selbst umgehst?


Inzwischen habe ich einige Rituale, die mir sehr helfen, da eine bessere Balance zu halten. Wenn es dann alle paar Monate mal eine Ausnahme gibt, ist das ok. Aber es ist eben eine Ausnahme.

Zu den Ritualen gehört:

Jeden Morgen 1 Stunde Yoga und Meditation
danach gehe ich sogar kurz raus, Wildkräuter sammeln für meine Grünen Smoothies
Mittags mache ich inzwischen auch früher Pause (da habe ich Jahre drum gekämpft), koche, esse, trinke einen Tee und mache 15 Minuten Siesta! Das brauche ich total, danach bin ich wieder fit. Ohne bin ich unbrauchbar. Das musste ich mir aber auch erst mal eingestehen.

In der Woche mache ich abends oft schöne Dinge: Yoga-Kurs, Kino, essen gehen, in der Hängematte baumeln und lesen.

Die Wochenenden sind frei! Samstag ist erst mal rödeln, entrümpeln und Haushalt angesagt. Sonntags ist komplett frei, im Moment wandere ich fast jeden Sonntag mit Freunden.


Haben Sie einen Tipp für jemanden, der an einem Punkt im Leben steht, an dem er/sie nicht genau weiß, wie es weitergehen soll? An dem er/sie sich vielleicht sehr alleine fühlt?

Sich eine kleine Auszeit nehmen. Eine Stunde mal an einen ruhigen schönen Ort gehen. Ein Wochenende frei nehmen und weg fahren. In Urlaub fahren. Den Kreativ-Walk mitmachen oder das Türkei-Seminar.

Wie und wo auch immer:

Sich aus dem Alltag rausziehen und wandern, meditieren, in der Hängematte schaukeln und schauen: Was mache ich gerne? Was wäre meine größte Sehnsucht (wo ich vielleicht nur denke, dass das nicht geht). Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann würde ich…
Wenn ich 1 Million hätte, dann würde ich…

Und – das ist wichtig – das aufschreiben. Als Geschichte, als Mind Map, wie auch immer. Drauflos schreiben und schwelgen.

Dann dürfte zumindest eine Richtung deutlich werden.

Grandios für solche Überlegungen und Planungen ist auch die Walt-Disney-Strategie (hier). Die kann man auch alleine machen.

Ansonsten ist da ein Coaching natürlich auch hilfreich. Auch das geht ja heute online oder per Telefon von überall her mit dem Lieblings-Coach seiner Wahl.


Das Thema dieser Interview-Serie ist „I do it my Way“, angelehnt an den Titel eines bekannten Frank Sinatra Titels, in dem er seinen Umgang mit Niederlagen und seinen persönlichen Weg beschreibt. Gibt es einen Song, ein Buch, ein Gedicht, ein Kunstwerk oder ähnliches, das Ihre Haltung zu diesem Thema einfängt? Haben Sie einen Link zum Song/Buch etc.?

Der Songtitel von Bon Jovi drückt es einfach am besten aus:

It’s my life!

Auch das war ein längerer Prozess. Ich habe zwar äußerlich immer sehr unangepasst gelebt, war als Studentin politisch aktiv, dann in feministischen Gruppen – das ganze Programm. Immer gegen meine konservativen Eltern etc.

Trotzdem gab und gibt es auch in mir einen Teil, der Anerkennung möchte, der integriert sein möchte und nicht immer anecken. So kann es doch auch zu inneren Konflikten führen, ob ich wirklich einfach „mein“ Leben leben kann, ohne Rücksicht auf kranke Eltern in die Türkei fahren – solche Sachen.

Mir immer wieder bewusst machen: es ist meine Verantwortung, „mein Leben“ zu leben und nicht das anderer. Ich habe bestimmte Begabungen und Talente, die ich leben soll, das ist meine Aufgabe in diesem Leben. Und nicht „das liebe Kind zu sein“- auch im übertragenen Sinne.

Das ist ein sehr länglicher Lernprozess, der wahrscheinlich nie aufhört.

Ansonsten ist mein Lieblings-Film: „Lawrence von Arabien“, den ich 15 mal gesehen habe (mindestens 10 mal im Kino).


Gibt es noch etwas, das Ihnen in diesem Zusammenhang wichtig ist?

Ich bin überzeugt, wenn Menschen sich erst einmal ehrlich eingestehen, was sie wirklich wollen, sie dann auch viel mehr in dieser Richtung erreichen können, als sie je für möglich halten.

Wenn ich so zurückschaue auf meine ersten 30 Lebensjahre: Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich mal das tue, was ich jetzt tue und so lebe, wie ich jetzt lebe. Ich hatte früher Todesangst vor Menschen zu sprechen (das glaubt mir heute kein Mensch), nie hätte ich gedacht, dass ich es genieße, auf einem Kongress vor vielen Leuten rumzuspringen. Das ich mal 15 Bücher schreiben würde (die nächsten 2 sind in der Mache). Dass ich alleine mit einem Beduinen durch die Sahara latsche, durch den Sinai reite oder in die Türkei fahre. Nie, nie hätte ich das für möglich gehalten.

Der erste Schritt ist es eben, das überhaupt zu denken und zu wollen. Und dann konkrete Schritte überlegen: wie kann ich das machen?

Dann kommen Ideen, dann sieht man Hinweise, dann öffnen sich Türen und entwickeln sich die Fähigkeiten, die man dazu braucht.


Wie können unsere Leser/innen Sie im Internet finden?

www.zamyat-seminare.de
Online-Akademie: www.oaze-online-akademie.de
Weblog: www.zamyat-seminare.de/blog
XING: https://www.xing.com/profile/ZamyatM_Klein
Twitter: https://twitter.com/ZamyatSeminare
Facebook: http://www.facebook.com/zamyat.web.seminare

 


Herzlichen Dank, liebe Zamyat für dieses interessante Interview, das Mut macht, den eigenen Wünschen zu trauen!

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Flugangst-Coaching gewinnen

freyflug-button-sidebar_GewinnSie haben Flugangst, aber Sie glauben nicht so recht daran, dass ein eKurs helfen kann – auch wenn viele Teilnehmer von super Erfolgen berichten (hier)?

Vielleicht ist dann meine “Plus-Version” was für Sie, also der eKurs plus Betreuung per Mail über den gesamten Kursverlauf plus ein persönliches Coaching mit mit (z.B. per Skype oder am Telefon, je nachdem, wo Sie sind).

Das hat natürlich seinen Preis, weil Zeit das Kostbarste ist, das ich zu verteilen habe. Außerdem kann ich (eben deshalb nur sehr wenige solcher Coachings anbieten.

Bis zum 31.Juli 2014 gibt es nun in Kooperation mit dem Reisefüher-Verlag “Marco Polo” die bisher erste Möglichkeit, ein “PlusCoaching” mit mir zum Thema Flugangst zu gewinnen. Tolle Sache!

Hier geht es zum Gewinnspiel.

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Wovor GENAU hat man Angst, wenn man Prüfungsangst hat?

DAS hat mich bei unserer facebook-Befragung zum Thema Prüfungsangst besonders interessiert. Hat “man” (also unsere knapp 140 Umfrage-Teilnehmenden) besonders Angst vor der öden, stressigen Vorbereitungszeit? Oder eher davor, einen Blackout in der Prüfung zu haben? Oder davor, was passiert, wenn man die Prüfung versiebt?

Ehrlich gesagt hätte ich gedacht, dass man zumindest auch vor der Vorbereitungszeit Angst hat. Das war aber nicht der Fall, kaum jemand hat auf diesen Zeitraum bezogene Ängste genannt. Die meiste Angst herrscht vor den KONSEQUENZEN der Prüfung. Also davor, was passiert, wenn man durchfällt oder schlechte Noten hat.

Interessant fand ich, dass es einerseits die “inneren” Konsequenzen gab, die man befürchtete. Also “den eigenen Erwartungen nicht zu entsprechen” oder “wichtige Ziele nicht erreichen zu können”.  Und dann gab es eine andere Gruppe, die Angst vor “äußeren Konsequenzen” hatten. Wütenden Eltern. Oder schlechten Jobchancen. Natürlich gibt es auch beides. Sowohl Angst davor, sich selbst zu enttäuschen, wie auch keinen Job zu bekommen.

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 Und wie genau sieht Prüfungsangst aus?

Die meisten Symptome, die uns genannt waren, waren gar nicht unbedingt Angst und Panik (das gab es auch, klar), sondern lagen auf körperlicher Ebene: Schlafprobleme, innere Unruhe, Magen-/Darmprobleme, Herzrasen, Zittern. Nicht schön.

Symptome Prüfungsangst

Zum Abschluss noch eine Visualisierung davon, wieviel Angst zum Zeitpunkt der Befragung empfunden wurde. Immerhin etwa ein Fünftel erlebte gerade sehr starke Angst, etwa gleich viel berichtete über “gar keine Angst” und knapp die Hälfte immerhin über  eine mittelstarke Ausprägung der  Angst.

 

Momentane Angstausprägung insgesamtWer lernen will, seine Prüfungsangst zu bewältigen, kann sich freuen: Ab Montag den 23. Juni 2014 öffnen die Tore des eKurses gegen Prüfungsangst wieder seine Tore. Nur bis zum 31.Juli und voraussichtlich zum letzten Mal dieses Jahr.

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Wer hat Prüfungsangst?

138 Menschen haben bei userer Befragung* auf facebook zum Thema Prüfungsangst mitgemacht. So viel Interesse hätte ich nicht erwartet. Denn ich gehe einmal davon aus, dass man eher an einer Umfrage teilnimmt, die einen interessiert, von deren Thema man also zumindest etwas betroffen ist.

Zunächst einmal zu einem Thema, das (für mich überraschenderweise) immer wieder von Interesse ist. Wer hat mehr Angst – Männer oder Frauen? Wissenschaftlich hochkarätige Studien sagen immer einmal wieder, dass etwa 1/3 der von Ängsten betroffenen Männer und 2/3 Männer sind. In unserer Umfrage haben sich deutlich mehr Frauen als Männer als am  Thema interessiert “ge-outet”, mehr als 90% der Teilnehmenden waren weiblich. Haben also nur 10% der Männer Prüfungsangst, aber 90% der Frauen? So kann man das natürlich sicher nicht sehen.

Ich gehe davon aus (so wird das jedenfalls auch immer wieder von “echten” Studien berichtet), dass Frauen sich leichter damit tun, sich zu einem schwierigen persönlichen Thema zu bekennen und auch damit, sich aktiv damit zu beschäftigen. Ich fände es schade, wenn diese Tendenz bei den jungen Betroffenen (denn die Mehrheit unserer Teilnehmenden war ja unter 25, siehe das zweite Bild weiter unten) noch mehr ausgeprägt wäre als beim Durchschnitt. Denn weiter kommt man ja mit seinen Schwierigkeiten eher, wenn man sich direkt und aktiv damit auseinandersetzt.

Aber vielleicht stimmt es auch einfach nicht und die Tatsache, dass so viel mehr Frauen wie Männer mitgemacht haben, ist Zufall. Mag sein (hoffentlich). Zumal sich dann herausstellte, dass die Männer, die mitgemacht haben, über deutlich schwerwiegendere Symptome der Prüfungsangst berichteten als die Frauen. Auch darüber mehr weiter unten.

Interessant war auch, dass die Schüler und Schülerinnen, die mitgemacht haben, über deutlich massivere Ängste berichtet haben, als die Studierenden. Ob das daran liegt, dass ein Schulabschluss von den meisten als “absolut zu erreichen” gilt? Und man sich mit diesem Gedanken sehr stressen kann? Oder wird man mit zunehmendem Alter cooler? Dazu hätteich gerne die Teilnehmenden interviewt, diese Möglichkeit hatte ich aber leider nicht.

 

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In unserer Prüfungsangst-Umfrage stellte sich dann außerdem heraus – vielleicht nicht sehr überraschend für das Medium – , dass vor allem Jüngere sich beteiligten. Das heisst unter anderem, dass unsere Ergebnisse vor allem etwas über die unter 25jährigen aussagen. Man könnte die Beteiligung natürlich auch so interpretieren, dass vor allem die Jüngeren von Prüfungsangst betroffen sind und deshalb bei dem Thema aufhorchen (und mitmachen). Immerhin gab es aber doch auch einige Teilnehmenden um die 30, auch welche über 40 und sogar noch welche über 50.

 

Alter der Befragten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entsprechend der Altersverteilung waren dann auch die meisten der Teilnehmenden Schüler/-innen oder Studierende. Einige Auszubildende gab es und dann noch einige, die sich nach Schule/Studium/Ausbildung befinden.

 

Ausbildung der Befragten
Schüler ängstlicher als Studierende
Prüfungsangst bei Männern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* die wie schon gestern erläutert, keine statistisch-wissenschaftliche Umfrage ist oder sein will, sondern ein aktuelles Stimmungsbild zeigt.

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