Flugangst

Diese Woche bekam ich eine sehr nette Interview-Anfrage von Annette Hoffmann vom Afrika-Blog “Out of Africa” zum Thema “Flugangst”.

Da ich selbst ja so gerne und viel reise, (und Afrika ganz oben auf meiner Wunschliste steht!), habe ich der Anfrage gerne entsprochen.  Hier ist das Interview zu lesen.

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New York einmal anders

Es war schon lange geplant: Eine spannende Konferenz Ende Oktober in New York. Sechs Stunden Hinflug, drei Tage Konferenz, 6 Stunden Rückflug. Ein nettes Hotel, ganz zentral  in Manhatten. Keine große Sache. Dachte ich.

Aber dann kam der Hurrikan “Sandy” dazwischen. Eine sehr beeindruckende Erfahrung, die mir vor Augen geführt hat, wie wenig selbstverständlich all das doch ist, was wir täglich so unhinterfragt in Anspruch nehmen.

Plötzlich kein Strom mehr. Kein Internet. Kein warmes Wasser. Kein Kontakt zu Familie und Freunden.

Ab 17:00 ist es dunkel, vor 8:00 wird es nicht hell.

Kein Fernseher, kein Internet, kein Buch (zu dunkel). Was tun in diesen Stunden? Interessant.

Kein Fahrstuhl. Mein Zimmer ist im 5. Stock, das geht noch. Aber auch alle, die weiter oben im 13 Stockwerke hohen Hotel wohnen, müssen gehen. Im Dunkeln, denn das Treppenhaus ist stockfinster. Ab dem 2. Tag gibt es Notlichter in jedem 2. Stockwerk.

Ist das Wasser trinkbar? Immerhin habe ich Wasser. In den höheren Stockwerken gibt es das nicht mehr.

Ist es gefährlich, im Dunkeln herumzulaufen? Wie finde ich das ohne Internet heraus?

Wo gibt es einen Kaffee? Wo etwas zu essen? Beglückende Momente, wenn sich die Lösung auftut. -> Der Deli in der 32. Straße hat frischen Kaffee! Die Nachricht geht wie ein Lauffeuer durchs Hotel.

Wie telefoniere ich mit meiner Fluggesellschaft, wenn das Telefon im Hotel nicht mehr funktioniert und mein deutsches Handy die amerikanische Notnummer nicht anwählen kann? -> Die öffentlichen Telefone funktionieren! Habe ich am 2. Tag herausgefunden.

Wie lade ich mein Handy auf, wenn es keinen Strom gibt? -> Manche großzügigen Besitzer von Notaggregaten haben Mehrfachstecker auf die Straße gelegt, zum freien Benutzen! Als allmählich manche Straßen wieder Strom bekommen, kann man auch Steckdosen an Gebäuden nutzen.  Tolle Gelegenheiten, um mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Die Stimmung auf der Straße ist sehr unterstützend, oft lustig. Gar nicht aggressiv, wie man es den New Yorkern ja oft unterstellt. Tatsächlich eine tolle Erfahrung.

Trotzdem bin ich sehr dankbar und glücklich, als ich schließlich im Flieger nach Frankfurt sitze.

Strom, Internet und warmes Wasser sind herrlich! Unbegrenzt mit lieben Menschen kommunizieren zu können, unbezahlbar!

 

 

 

 

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Therapieplätze: Wie vergebe ich sie?

Es ist leider wirklich ein Problem: Es gibt viel, viel mehr Anfragen nach Therapieplätzen, als ich vergeben kann. Ich bekomme fast täglich Anfragen, kann aber nur etwa einmal im Monat einen Platz vergeben, wenn überhaupt.

Denn eine Psychotherapie dauert ja viele Monate, manchmal sogar 2-3 Jahre. Wenn ich alle Anrufe beantworten würde, die ich bekomme, um zu sagen, dass ich keinen Therapieplatz anbieten kann, würde ich zusätzliche mehrere Stunden pro Woche aufwenden.

Noch mehr Zeit würde ich brauchen, wenn ich eine Warteliste abtelefonieren müsste, sobald ein Platz frei wird (wer es nie getan hat: So etwas braucht sehr viel mehr Zeit, als man sich vorstellen kann!). Zeit, die ich lieber mit Patienten arbeite.

Deshalb kündigt mein Anrufbeantworter inzwischen an, dass ich grundsätzlich nicht zurückrufe und dass ich keine Warteliste führe - suboptimal, aber die praktikabelste Lösung für mich.

Sobald ein Therapieplatz frei wird, vergebe ich diesen an den/die NächsteN, der/die sich (am Besten per Mail) an mich wendet und  dessen/deren Anliegen innerhalb meiner Behandlungsschwerpunkte liegen.

Diese Person bekommt dann innerhalb von 1-2 Wochen ein Erstgespräch und wenn es passt: Einen Therapieplatz, ganz ohne Wartezeit.

Eine Reaktion darauf, dass ich nur einem Bruchteil der Anfragen gerecht werden kann ist außerdem, dass ich nach und nach Online-Kurse zu verschiedenen Themen entwickeln will, die ich als dafür geeignet empfinde. So ein Kurs ist natürlich kein Ersatz für eine Therapie, aber er kann doch einen guten Schritt weiterhelfen.

Coaching kann übrigens manchmal angeboten werden, selbst wenn alle Psychotherapie-Plätze vergeben sind. Denn dabei handelt es sich um eine kurzfristige Beratung mit wenigen Sitzungen. Allerdings wird Coaching nicht von den Kassen übernommen (da es per Definition keine Krankenbehandlung ist), hier gibt es weitere Infos.

Foto: © styleuneed – Fotolia.com
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Wie schafft man Motivation? Interview mit Joachim Funke

Motivation ist in vielen Therapien (und nicht nur dort) ein wichtiges Thema. Denn langfristige Veränderung ist nicht immer leicht und erfordert meist mehr als einen spontanen Entschluss oder Einsicht in die Notwendigkeit, sich zu verändern.

Prof. Dr. Joachim Funke leitet den Lehrstuhl für Allgemeine und Theoretische Psychologie am Psychologischen Institut der Heidelberger Universität: In diesem Fach ist unter anderem das Thema Motivation angesiedelt. Joachim Funke ist bekannt für spannende Vorträge und interesssante und relevante Forschungsprojekte, z.B. über “Komplexes Problemlösen” oder bei der Weiterentwicklung der Pisa-Studie. Außerdem schreibt JoFu, wie ihn viele nennen einen sehr lesenswerten Blog “aus dem Innenleben des Heidelberger Psychologischen Intstituts”.

Ich freue mich sehr, dass er  bereit war, mir einige Fragen hierzu zu beantworten. Vielen Dank, JoFu!

Hier das Interview:

Der Begriff “Motivation” wird immer wieder als zentral für eine Veränderung gesehen, z.B. in einer Therapie. Aber was ist Motivation eigentlich?

DeCharms hat einmal gesagt “Motivation ist eine milde Form von Besessenheit” – es ist die Triebfeder unseres Tuns, die uns auf ein bestimmtes Ziel hin ausrichtet. Motiviert zu handeln heisst zielorientiert zu handeln. Gute Motivation entsteht daher bei klaren Zielen, vor allem bei Zielen, die unserem Leben einen Sinn geben.

Oft ist jemand durchaus motiviert, eine wichtige und zentrale Veränderung durchzuführen, meldet sich vielleicht im Sportstudio an, um fitter zu werden. Einige Monate später sind die wenigsten noch dabei. Was ist da mit der Motivation passiert?

In der Selbsterschöpfungs-Theorie (Ego Depletion) von Roy Baumeister wird die Willenskraft wie ein Muskel angesehen, der nach mehrmaliger Nutzung erschöpft ist und Erholung braucht. Wenn wir uns ständig zu Dingen antreiben, erschöpft sich die Willenskraft schneller als uns lieb ist, wenn sie nicht zwischendurch wieder aufgeladen wird.

Die Analogie zum Muskel bedeutet auch: wenn ich Selbstkontrolle trainiere, wird sie nicht so schnell erschöpfen – ich entwickele eine ausdauernde Motivation. Dann gehe ich auch noch nach 3 Monaten ins Sportstudio.

Angenommen, man hat  ein langfristiges Projekt, vielleicht eine Masterarbeit zu schreiben, oder einen Roman. Oder endlich sportlich fit zu werden. Wie kann man  selbst dafür sorgen, dass eine vorhandene Motivation auch langfristig anhält?

Hilfreich ist es, realistische Zwischenziele zu setzen und sich über deren Erreichung zu freuen. Die Strategie der kleinen Schritte, mit denen man sich auf einen weiten Weg machen kann, ist hilfreich: Es ist besser, sich über den schon erzielten Fortschritt zu freuen als sich über die noch verbleibende Distanz zum Ziel zu ärgern.

Gibt es Möglichkeiten,  die eigene Motivation willentlich aufzubauen, wenn ursprünglich keine da ist oder sie im Laufe der Zeit geringer geworden ist?

Motivation kann selbstverständlich aufgebaut (und damit trainiert) werden: Das oben angesprochene Muskel-Modell macht das zu einer seiner Kernaussagen. Daneben ist es unabdingbar, für sich selbst einen Lebenssinn zu finden – nur da, wo man für sich sinnvolle Aufgaben und Ziele entdeckt, kann man motiviert handeln und damit befriedigend (und vielleicht sogar lustvoll) leben.

Gibt es Möglichkeiten, Motivation von außen (z.B. durch Eltern, Lehrer, Therapeuten) zu erhöhen oder ist das gar nicht möglich?

Die beste Motivation ist die, die von innen kommt – wir nennen sie intrinsisch im Unterschied zu extrinsischer Motivation, die durch äußere (z.B. finanzielle) Anreize gesetzt wird. Der Nachteil extrinsischer Motivation besteht nämlich darin: Sobald die angekündigte Belohnung (oder Bestrafung) wegfällt, ist auch die Motivation weg.

Selbstgesteckte Ziele haben den Vorteil, dass man sie selbst neu definieren kann und damit sein Anspruchsniveau reguliert. Dennoch ist für Menschen gelegentlich entlastend, eine äußere Struktur (und damit “fremde” Ziele) vorgegeben zu bekommen. Im Rahmen einer erfolgreichen Therapie kommt es sicher dazu, dass äußere Ziele, die zwischen Therapeutin und Klient abgesprochen werden, in innere Ziele verwandelt werden. Ein guter Therapeut wird sich im Laufe der Behandlung selbst überflüssig machen.

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Interview mit Marion Grillparzer

Marion Grillparzer hat schon vor vielen Jahren über die “Glyx-Ernährung” geschrieben und sie bekannt gemacht. Neben vielen Büchern, die oft auf den Bestsellerlisten zu finden sind,  schreibt sie auch regelmäßig einen sehr persönlichen und informativen Blog (hier), den ich wirklich empfehlen kann. Auf ihrer Website findet man ihre Bücher und Produkte, aber auch anderes Interessantes, derzeit zum Beispiel eine kostenlose Meditation gegen Heißhunger zum Runterladen (hier). Ich freue mich sehr, dass sie bereit war, mir einige Fragen zum Thema Ernährung zu beantworten.

Sie sind eine der Pionierinnen für gesunde, ausgewogene, schlank haltende Ernährung in Deutschland. Was ist Ihr wichtigster Tipp für jemanden, der dauerhaft abnehmen möchte?

Das Essen genießen. Das bedeutet: Man darf vor nichts Angst haben, weder vor der Kalorie, noch dem Cholesterin – und man sollte weder Hunger haben, noch sich etwas verbieten. Genießer sind schlank und gesund. Und wer Stress mit dem Essen hat, kann nicht abnehmen. Weil Stresshormone den Fettabbau stoppen.

Ist es denn überhaupt möglich, auch in mittlerem oder höherem Alter noch dauerhaft und gesund abzunehmen?

Natürlich. Es ist ein bisschen schwieriger, weil wir etwas schlechter „verbrennen“ als in jüngeren Jahren. Weil wir vielleicht schon Muskeln verloren haben. Unsere Fettverbrennungsöfchen. Aber die können wir in jedem Alter wieder aufbauen. Mit ein wenig Körperwahrnehmung und dem richtigen Wissen kann man auf einfache Art und Weise nebenher abnehmen, ohne ständig darüber nachzudenken.

Was ist aus Ihrer Sicht der größte Fehler, den man dabei begehen kann?

Hungern und zu wenig Eiweiß aufnehmen, dann baut der Körper Muskulatur ab. Und man drosselt den Stoffwechsel. Das passiert übrigens auch immer, wenn Nährstoffe fehlen. Nur wenn der Körper kriegt was er braucht – alle Vitalstoffe – lässt er von dem los was er nicht braucht: überflüssige Fettpölsterchen.

Manche Menschen (gar nicht so wenige!) sind übergewichtig, weil sie an emotionalen Problemen knabbern, Stress- oder Frustesser sind. Haben Sie hierfür einen besonderen Tipp?

Eine Anti-Stress-Technik lernen. Achtsamkeitsübungen, Meditation gehören in unserer hektischen Zeit wie das Zähneputzen zum Leben. Natürlich Sport treiben, der senkt die Stressempfindlichkeit. Und: Tagebuch schreiben. Nicht nur über die Sorgen, sondern vor allem jeden Tag auch aufschreiben, was einen freut im Leben.

Sie beschäftigen sich ja schon sehr lange mit dem Thema „gesunde Ernährung“. Gibt es immer noch Themen, Fragen, die Sie überraschen oder schockieren? Welche?

Die Verunsicherung. Keiner weiß mehr, was stimmt denn jetzt. Erst hat man das Fett weg gelassen, nun die Kohlenhydrate …  Und lernt nicht mal aus den Fehlern. Ich verstehe nicht, dass man dann nicht seinen gesunden Menschverstand einschaltet. Ein industriell stark verarbeitetes Produkt kann nicht gesund sein. Die Natur produziert Dinge, die uns Millionen von Jahren haben überleben lassen … Und warum soll ein Apfel – der enthält Kohlenhydrate – dick machen? Und warum soll Olivenöl – pures Fett – dick machen? Da macht beides Mal nur eines dick: das Weglassen.

Noch eine letzte Frage: Sind Männer und Frauen eigentlich deutlich verschieden, was ihre Themen/Probleme mit dem Essen angehen?

Männer haben nicht unser ständiges schlechtes Gewissen, sie können Hungergefühle leichter verdrängen als Frauen. Und sie können schneller abnehmen, weil sie mehr Muskelmasse haben. Dafür haben sie so etwas wie ein ich-muss-die-Reste-verwerten-Gen eingebaut.

Ich bedanke mich sehr herzlich für das Gespräch!

PS: Bei Essstörungen (Anorexie, Bulimie und Binge-Eating) ist das Problem fast nie wirklich “das Essen”,  es gibt meist tiefer liegende Gründe, die bearbeitet werden sollten. Dafür bietet sich die Verhaltenstherapie an, auch mit EMDR und Körpertherapie kann man wichtige Schritte zur Genesung gehen. Parallel ist aber natürlich das (Wieder-) Erlernen eines gesunden, ausgewogenen Ernährungsstils, wie ihn Frau Grillparzer vertritt, ein wichtiger Aspekt.

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