Und: Wie setze ich meine Kraft und Zeit sinnvoll für das ein, was mir wichtig ist?

Diese Fragen können uns helfen, uns auf das zu konzentrieren, was uns wichtig ist.

Denn die klischeehaften Antworten auf die Frage, was wir eigentlich unter „Erfolg“ verstehen (Geld! Status! Urlaub in der Südsee!), klingen zwar gut, sind für uns aber vielleicht gar nicht (mehr?) wichtig. Vielleicht sind uns ganz andere Dinge Herzensangelegenheiten: Zeit mit Familie und Freunden. Wunderbare Soßen kochen lernen. Muße, um Romane zu lesen.

Und dann verschwenden wir soviel Kraft und Zeit für ganz anderes. Womöglich auch noch, um andere zu beeindrucken. Statt, um selbst zufrieden zu sein, was womöglich mit ganz simplen Dingen zu erreichen wäre.

Aber gehen wir einen Schritt zurück: 

Was bedeutet Erfolg also für mich?

Geht es Ihnen auch so? Mir gehen diese ganzen ach-so-erfolgreichen Menschen auf den sozialen Medien und um uns herum auf die Nerven. Oder diese (oftmals amerikanischen) „Gurus“, die uns den „Erfolg in 7 Schritten“ nahe bringen wollen, gerne zugunsten ihres eigenen Geldbeutels.

Womöglich ist es ja sinnvoll, sich in 7 Schritten dem Erfolg zu nähern. Nur: Was bedeutet es eigentlich für Sie ganz persönlich, erfolgreich zu sein? Bedeutet das wirklich, eine Million zu machen?

Wikipedia sagt dazu erst einmal ganz banal: „Der Begriff Erfolg bezeichnet das Erreichen gesetzter Ziele“ (hier).

Auch interessant finde ich, dass das Wort „Erfolg“ eine Rückbildung aus „erfolgen“ ist. Erfolg ist also die Folge eines Handelns.

Erfolg ist,
wenn etwas erfolgt ist

NICHT, wenn etwas erfolgreich erfolgt ist. Sondern einfach nur, wenn es erfolgt ist.

Always be yourself, express yourself, have faith in yourself; do not go out and look for a successful personality and duplicate it.”

— Bruce Lee

Ein Erfolg wäre es in diesem Sinne z.B., wenn ich zu einer Prüfung oder einer Bewerbung gegangen bin – und nicht, wenn ich eine gute Note oder den Job bekommen habe. Spannend, oder? Und überaus hilfreich, auch im Umgang mit z.B. Prüfungsangst.

Außerdem hängen Aussagen über Erfolg natürlich stark von unserem persönlichen Wertesystem ab. Eine allgemeine Aussage ist deshalb nicht besonders aussagekräftig.

Womöglich habe ich einen gut bezahlten Job. Doch wenn mein wichtigstes Ziel im Leben ist, eine Familie zu gründen, werde ich meine berufliche Karriere kaum als besonderen Erfolg werten und empfinden. Tragisch ist es, wenn ich dem Job dennoch hinterher jage – vielleicht weil es in meinen Augen gesellschaftlich so gefordert ist. Mit meinem vermeintlichen Erfolg würde ich dann vielleicht gar angeben – aber wie zufrieden wäre ich damit?

Erfolg ist, wenn etwas erfolgt ist: https://www.claudiafrey.de/was-bedeutet-erfolg-fuer-mich/ Klick um zu Tweeten

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich auch die Gedanken des schweizer-britischen Philosophen Alain de Botton (hier sein Vortrag). Er legt dar, dass einerseits unsere heutige Vorstellung davon, alles selbst in der Hand zu haben ganz so nicht stimmt. Und diese Überzeugung andererseits großes Unglück verursacht. Wenn wir vor den Scherben einer Unternehmung stehen sollten, dann sind wir, so beschreibt er, nicht mehr einfach nur „Unglückliche“, wie noch vor ein paar Jahrhunderten. Sondern dann sind wir „Loser“, die an allem ganz alleine Schuld sind. Und das wiederum bewirkt natürlich im Vorfeld einer jeden Entscheidung einen riesigen Druck.

Denn jede Bewegung, jede Entscheidung in eine Richtung (Berufswahl! Jobsuche! Entscheidung für einen Partner!) hängen ausschließlich an uns – und können uns (gefühlt) ins Verderben stürzen. Kein Wunder, dass so viele Menschen unter Entscheidungsschwierigkeiten leiden.

Drohender Misserfolg lähmt

Aus der Angst heraus, Fehler zu machen, gar nichts mehr zu machen: In der einen oder der anderen Form kennen das viele. Wie traurig und deprimierend.

Interessanterweise sind die meisten Menschen dann am zufriedensten, glücklichsten – und ich glaube auch am „erfolgreichsten“, wenn sie sich einer Aufgabe mit Freude, Ausdauer und Konzentration widmen. Und das klappt dann am Besten, wenn uns etwas Spaß macht und uns interessiert. Und nicht, wenn wir (oder jemand anderes) uns unter Druck setzen.

Wenn es mich erfüllt, die perfekte Spaghetti-Soße zu kreieren, dann wird mich ein Bürojob im oberen Management vielleicht nicht glücklich machen (obwohl es natürlich Menschen gibt, die beides mögen). Und wenn es so ist und mein Herz in der Küche aufgeht, aber nicht im Büro – dann wird mein Leben viel leichter und vermutlich auch „erfolgreicher“ verlaufen, wenn ich mir das zugestehe und entsprechende Entscheidungen treffe. Unabhängig von den Erfolgskriterien „der Gesellschaft“.  Das erfordert Mut – aber es lohnt sich!

Darum ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinander zu setzen!

Setzen Sie sich damit auseinander, was Erfolg für SIE bedeutet. Und haben Sie den Mut, dazu zu stehen.

Das wird Ihnen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und auch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren (s. auch hier und hier).

Für jede/n kann Erfolg etwas anderes sein.

Es ist nicht leicht, aber wichtig, sich über seine eigenen Vorstellungen von Erfolg im Klaren zu werden, um seine Zeit nicht mit der Verfolgung von Zielen zu verschwenden, die uns eigentlich nicht wichtig sind.

Wie definieren SIE Erfolg für sich? Ich freue mich über eine kurze Nachricht dazu von Ihnen!

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photo: „Viele leute halten bunte Daumen hoch“ © atei: #123206249 | Urheber: Robert Kneschke, fotolia

Claudia Frey
Diplom-Psychologin Psychologische Psychotherapeutin

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