Angst zu haben, ist quälend

 

Strategien gegen PrüfungangstIn meiner Arbeit erlebe ich häufig, wie quälend Ängste in ihren verschiedenen Facetten sein können. Das besonders Gemeine:

  • Angst treibt das innere Stresslevel nach oben
  • starker Stress kann sich unwillentlich zu Panik hochschaukeln
  • Panik führt oft dazu, weniger Kraft und Aufmerksamkeit für das zu haben, was eigentlich wichtig wäre. 
  • Es fühlt sich an, als wäre die Panik „gerechtfertigt“ gewesen (denn das Ergebnis war ja schlecht)

 

Am Beispiel Prüfungsangst

Jeder ist aufgeregt vor Prüfungen, klar. Und das ist gar nicht schlecht, weil man dadurch hochkonzentriert und präsent ist. Aber wenn es zu viel wird, wenn sich die Angst zur Panik hochschaukelt, dann wird es quälend. Und dann leidet die Leistung meistens.

 

Das Schlimmste sind die Selbstvorwürfe

Aber wissen Sie, was das Schlimmste ist? Nicht die Angstsymptome selbst, nicht die schlechten Noten (oder was auch immer die spezielle Angst anrichtet), obwohl das natürlich auch nicht schön ist. Sondern die Vorwürfe an sich selbst im Nachhinein. Das sagt jedenfalls die Umfrage, die ich 2014 mit den etwa 150 Absolventen meines damaligen eKurses gegen Prüfungsangst durchgeführt habe.

Was heißt das? Man erlebt quälende Ängste. Macht dadurch eine schwierige Erfahrung. Und macht sich dann dafür fertig, Und zwar so sehr, dass dieses Selbstvorwürfe letztlich das Schlimmste an allem sind. Puh.

Und damit ist ja noch nicht Schluss: Die Vorwürfe, man habe „versagt“, greifen den eigenen Selbstwert an – man versteht nicht, was da mit einem passiert und vertraut sich immer weniger. Und zwar über die konkrete Situation hinaus.

 

Dabei ist es egal, ob dieses „Versagen“

  • vermeintlich (die Prüfung lief ganz gut) war,
  • nur in der Fantasie (die Prüfung steht noch bevor) stattfand,
  • im Alptraum (man schreckt aus dem Schlaf hoch, zum Teil noch Jahre nach der Prüfung) vorkam,
  • faktisch (man hat nicht so gute Leistungen erbracht, wie es eigentlich möglich und/oder gewünscht war) war.

Es wäre so wichtig und so gut, diesen Teufelskreis zu unterbrechen. Ein erster Schritt hierfür könnte sein: Entwickeln Sie Verständnis und ein bisschen Großzügigkeit für sich. Egal, was das Ergebnis einer schwierigen Situation ist: Erkennen Sie sich dafür an, dass Sie getan haben, was Sie konnten.

 

Schwere Prüfungsangst mindert Leistungen

Wir kennen alle die Menschen, die vor jeder Prüfung panisch sind und dann doch ganz gut abschneiden. Oft macht man sich über sie lustig oder nimmt ihre Ängst nicht ernst („was hast Du denn?“). Aber erstens gilt für die Betroffenen vermutlich, dass der Weg in die Prüfung alles andere als schön war. Außerdem haben sie vermutlich doch nicht so aus den Vollen schöpfen können wie es ohne diese übermäßige Angst der Fall gewesen wäre. 

Oft wird eine gute Leistung aber noch nicht einmal als Erfolg verbucht, sondern fällt innerlich in die Kategorie „Glück gehabt“ oder „die Klausur war eben leicht“. Das heißt, selbst gute Leistungen führen nicht unbedingt aus dem Teufelskreis heraus.

Und dann gibt es ja auch die Prüflinge,die wirklich deutlich schlechter abschneiden, als sie könnten. Weil die Angst Konzentration verhindert oder das Gedächtnis streikt. 

So oder so – sich in bestimmten Situationen  nicht auf sich verlassen zu können, greift den Selbstwert an. Und erhöht bei den meisten die Angst vor der nächsten Prüfungssituation. Wirklich ein Teufelskreis.

Falls Sie betroffen sind, kann ich Ihnen versichern, dass Sie ganz und gar nicht alleine damit sind.

Vor ein paar Jahren habe ich einen eKurs gegen Prüfungsangst entwickelt, den ich mit etwa 150 TeilnehmerInnen durchgeführt habe. Diesen eKurs gibt es zwar nicht mehr, aber vielleicht ist meine kostenlose eSerie mit Strategien gegen Prüfungsangst etwas für Sie (oder für jemanden, den Sie kennen)? Hier geht es zur Anmeldung

(Natürlich ist ein eKurs oder eine eSerie keine Psychotherapie und ersetzt kein psychotherapeutisches Gespräch – das wissen Sie, oder?)

 

Der Ausweg aus dem Teufelskreis?

Wie schon beschrieben ist der erste wichtige Schritt oft Akzeptanz. Sich selbst nicht mehr abzuwerten, auch wenn es weniger gut lief/läuft als erhofft. 

Ganz allgemein gilt: Es ist wichtig, sich über die eigenen inneren Muster (Gedanken, Emotionen) und die dahinter liegenden Glaubenssätze („ich bin nur etwas wert, wenn ich Leistung bringe“ etc.) klar zu werden.

Im besten Fall helfen schon diese Erkenntnisse, um innere Strukturen soweit zu verändern, dass die Angst weniger wird. Allerdings ist das alleine oft nicht leicht, außerdem braucht es manchmal doch auch mehr Unterstützung und mehr Veränderung.

  • Es gibt gute Selbsthilfeliteratur zu Ängsten (sie finden einige Tipps hier auf der Seite),
  • Universitäten und Hochschulen haben meist auch Psychologische Beratungsstellen, die genau auf dieses Thema spezialisiert sind.
  • Und natürlich gibt es nieder gelassene PsychotherapeutInnen, die in Frage kommen, wenn Sie eine Psychotherapie in Betracht ziehen (allerdings sind hier die Wartezeiten oft lang).
  • Und natürlich: Die kostenlose eSerie, die ich zusammen gestellt habe (hier), kann Sie auch darin unterstützen, Ihre Prüfungsangst zu bewältigen.

 

Wenn Sie etwas gegen Ihre Prüfungsangst tun möchten oder jemanden kenne, der das möchte, dann ist meine eSerie zum Thema ein super Anfang.

Hier geht’s zu Anmeldung (völlig kostenlos und ohne Haken).


photo: „Mathematics“ Datei: #34134583 ©  lassedesignen, fotolia.de

Claudia Frey
Diplom-Psychologin Psychologische Psychotherapeutin

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