Was ist Suggestion?

Der Begriff kam im 17./18. Jahrhundert auf und bedeutet so etwas wie eine geschickte Manipulation. In diesem Post benutze ich die beiden Worte „Suggestion“ und „Manipulation“ synonym.

Das Wort „Suggestion“ ist  auf das lateinische Wort „suggestio“ zurück zu führen, was so viel bedeutet wie

  • Hinzufügung,
  • Eingebung oder
  • Einflüsterung

In der Psychologie spricht man von Suggestion, wenn man von einer Beeinflussung des Fühlens, Denkens oder Handelns spricht. Dabei unterscheidet man zwischen Autosuggestion: man „manipuliert“ sich selbst, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, z.B. Entspannung oder Selbstwert. Und dann gibt es natürlich die Beeinflussung oder Manipulation durch andere („Heterosuggestion“), die häufig zur Abwertung benutzt und mißbraucht wird.

Ein Beispiel für letzteres ist eine „Suggestivfrage“ (mehr hier): Das ist eine Frage, bei der einem die Antwort schon in den Mund gelegt wird. Und wenn man nicht aufpasst, kann man schnell darauf hereinfallen.

„Der Unfall hat doch keine bleibenden Schäden bei Ihnen hinterlassen?“

Könnte z.B. ein gegnerischer Anwalt fragen und wäre damit zumindest ein bisschen manipulativ. Ganz neutral müsste diese Frage nämlich heißen:

„Welche Auswirkungen hatte der Unfall auf Sie?“

Niemand sollte sich manipulieren lassen. Höchstens von sich selbst. Klick um zu Tweeten

Warum sollte man etwas über Suggestionen wissen?

  • Es ist immer gut, sich über das bewusst zu sein, was mit uns geschieht.
  • Es ist sehr gut und wichtig, sich gegen Manipulationen zu wehren, die wir nicht möchten.
  • Und wer mag schon manipuliert werden?

 

Andererseits können wir uns selbst stärken und unterstützen, wenn wir Suggestionen richtig und bewusst einsetzen.

Wir könnten z.B. eine ganz einfache Visualisierungstechnik nutzen. Dabei stellt man sich so bildlich, so lebhaft und so emotional wie möglich das Ziel vor, das man erreichen möchte. Und zwar immer wieder, vielleicht eine zeitlang sogar mehrfach täglich. Dabei entsteht eine Art innere Zugkraft in die Richtung unseres Ziels. Wenn man so will, bringen solche Techniken unsere unbewussten Anteile dazu, sich mit unseren bewussten Anteilen zusammen zu tun. Und wenn beide an einem Strang ziehen, kann ganz schön viel erreicht werden.

 

Wie funktioniert Suggestion?

Sie haben bestimmt schon vom „Placebo-Effekt“ gehört? Oft wird dieser Ausdruck ja recht abwertend verwendet, „das ist doch nur ein Placebo“. Aber was ein Placebo wirklich bedeutet, ist eigentlich etwas sehr Verrücktes: Es bedeutet ja, dass ein Medikament wirkt, nur weil wir daran glauben. Und ein Medikament das wirkt, verändert ja tatsächlich etwas in unserem Körper und zwar objektiv nachweisbar. Suggestion in Reinform.

Sobald wir davon ausgehen, dass ein bestimmtes Ergebnis eintreten wird, werden unsere Gedanken, unsere Verhaltensweisen und vor allem auch unsere Emotionen sich darauf einstellen. Sie tragen dann bewusst und unbewusst dazu bei, dass ein Eintreten wahrscheinlicher wird. Ein Beispiel wäre eine Wahrsagerin, die einen Beinbruch voraussagt. Wenn ich ernsthaft daran glaube, werde ich verunsichert sein und schließlich so ungeschickt stolpern, dass es wirklich zu einem Beinbruch kommen mag.

Suggestion hat definitiv eine Kraft. Wie bei vielem ist sie dabei nicht eindeutig gut oder schlecht. Natürlich möchten wir alle ein möglichst selbst bestimmtes Leben führen (davon gehe ich mal aus) und uns nicht manipulieren lassen.

Aber die Kraft der Suggestion für uns, für unsere Ziele einzusetzen – das scheint mir etwas sehr Sinnvolles zu sein.

Link + Quelle:

Photo by Caique Silva on Unsplash

Claudia Frey
Diplom-Psychologin Psychologische Psychotherapeutin

Sie möchten weiterlesen?

Hier finden Sie ältere Blog‑Artikel:

Kategorien

Oder suchen Sie einfach nach Stichworten: