Verhaltenstherapie und Psychoanalyse

Die beiden am meisten verbreiteten (und am anerkanntesten) Therapierichtungen sind die Verhaltenstherapie und die Psychoanalyse, die jeweils wiederum verschiedene Unterformen haben.

Beide Therapieausrichtungen haben einen großen theoretischen Hintergrund, den ich hier nicht erläutern kann. Grundsätzlich ist es so, dass die Verhaltenstherapie eher an aktuellen, heutigen Problemen arbeitet und bei Bedarf die Vergangenheit mit einbezieht. Bei der Psychoanalyse ist es umgekehrt: Die Therapie hat den Schwerpunkt, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Wenn die - nach Überzeugung der Analytiker - zugrunde liegenden Probleme gelöst sind, dann wird erwartet, dass sich auch heutige Probleme auflösen.

Wie möchten Sie Ihr Leben eigentlich gestalten? Und was hindert Sie daran, genau das auch zu tun? Blöde Fragen? Wirklich?

Ich selbst arbeite "kognitiv verhaltenstherapeutisch". Die Kognitive Verhaltenstherapie ist eine Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie. Einerseits stehen die aktuellen, heutigen Probleme und deren Veränderung im Mittelpunkt der Therapie. Andererseits wird viel Wert auf die dahinterliegenden inneren Muster gelegt, die uns steuern. Diese zu erkennen und zu verändern führt i.a. zu langfristigen, tiefgehenden Veränderungen.


Wenn ein Hammer das einzige Werkzeug ist, hält man jedes Problem für einen Nagel.
Abraham Maslow

Psychologe und Psychiater

Psychotherapie wird von verschiedenen Berufsgruppen angeboten. Seit in Kraft treten des Psychotherapiegesetzes 1998 ist aber sehr klar fest geschrieben, wer sich Psychotherapeut nennen darf und wer nicht.

Ein Psychotherapeut ist nach heutigen gesetzlichen Vorgaben jemand, der zunächst entweder Medizin oder Psychologie studiert hat und anschließend eine mindestens 3jährige (meist aber 5jährige) Zusatzausbildung in einem der "Richtlinienverfahren" (Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse/ tiefenspsychologische Therapie) absolviert hat. Der offizielle Titel eines Psychologen mit dieser qualifizierten Zusatzausbildung ist "Psychologischer Psychotherapeut", der eines Mediziners entsprechend "Ärztlicher Psychotherapeut".

Ein Diplom-Psychologe (Psychologe an sich ist kein geschützter Begriff) ist ein Mensch, der Psychologie studiert hat, er muss nicht notwendigerweise Therapeut sein. Ein Psychiater hat Medizin studiert und danach eine Facharztausbildung in "Psychiatrie" (oft in Kombination mit "Neurologie") absolviert. Auch er ist nicht notwendigerweise Psychotherapeut und ist vor allem zuständig für die medikamentöse Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen, wie z.B. der Schizophrenie.
Psychologen und Psychiater gehören zwei verschiedenen Berufsgruppen an.

Therapierichtungen

Es gibt verschiedene therapeutische Ausrichtungen, dabei ist nicht so einfach für Laien, den Überblick zu behalten und die Unterschiede zu verstehen. Inzwischen gibt es jede Menge Psychotherapiestudien, die die Wirksamkeit der unterschiedlichen Therapierichtungen untersucht und veröffentlicht haben. 

Als wirklich wirksam konnten sich etwa eine Handvoll Psychotherapieverfahren erweisen. Die deutschen Krankenkassen haben davon zwei sogenannte "Richtlinienverfahren" akzeptiert, nämlich die Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologische Therapie bzw. Psychoanalyse. Weitere Verfahren (z.B. die Gesprächspsychotherapie und die Familientherapie) sind im Stadium der Prüfung, und derzeit nicht kassenärztlich zugelassen.
Es ist wichtig zu vestehen, was uns geprägt hat. Aber genauso wichtig und manchmal wichtiger ist es, innere Muster zu verändern.